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Bewegtheit & Bewegung

Klang - Motion - Phantasie - Mobiles
Spiel ist Magie, Ritus, soziale Schau zwischen Bewegungen und Bewegtheit. Die Geschichte der Spielkultur ist nachhaltig von den Vorstellungen des mechanistischen Weltbildes geprägt worden. Entsprechend entwickelte die Zivilisation die ästhetische Funktionalität ihrer Automaten, die Logik ihrer Spielzeuge, ihrer Spielfelder, ihres Sprachspieles. Veronese schenkte uns die gemalte Dialektik, Brunelleschi die Zentralperspektive der Renaissance. Die mechanischen Gesten der Maschinenmenschen Descartes und Vaucasons, Vorläufer computergesteuerter Roboter, glichen den formalisierten Gesellschaftsspielen und Tanzfiguren ihrer Zeit. Die Objektivierung der Naturgesetze brachte als großen Spielmeister immer den göttlichen Willen ins Spiel, die Figur des Deus ex machina den Fortschrittsglauben. Mask of the gods. Der Gott des Spiels war nicht tot, er würfelte, er spielte mit Puppen und  ließ das All um seinen Finger kreisen  (vgl. Goethe, An den, der sich selbst erschuf ).

Die Spielzeuge des Fortschrittes evoziierten den Rausch der Geschwindigkeit, das Spiel der Uhren und auf Zeit, die Kunst des Erfindens. Das angewandte Prinzip der Kreisbewegung brachte William Colts Trommel-Revolver, die Filmtrommel, das cinematografische Haus der Träume hervor. Pistolen, Revolver und Geschichten als Zahlungsmittel. Die Weißwäscher der Geschichte bedienten sich der Trommelwaschmaschinen und spielten hinter "technologischen Schleiern" auf allen Aufklärungsbühnen mit.

Etwas  auf´s Spiel setzen und in Bewegung bringen, das war die Motivation des Fortschrittes. Sie wurde zum Motor und zur Motion der industriellen Revolution.  Auf Aristoteles "unbewegten Beweger" folgten das Kleistsche Marionettentheater  und Virillios Rasender Stillstand , die Symbole, problem- und Idealfiguren des entfremdeten Sehnsuchtsbildes der Moderne. Calders Mobile veranschaulichten die schwebende Bewegtheit von Formen, Farben, Licht und die Eleganz der Anziehungskräfte geordneter und spielerischer Zufälle.

Schon Balzac beschrieb im Roman Das Chagrinleder die Grenzen des mechanischen Spieles und des Wachstums. (Beim Versuch das Chaginleder, das jeden Wunsch erfüllt aber danach ein wenig schrumpfte, durch Walzendruck  wieder zu vergrößern, explodierte die Maschine.)   H.Schero

Klang & Farbe

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." Dieser Einsicht des Philosophen Friedrich Nietzsche seien die Worte Oscar Wildes gegenübergestellt: "Die Musik ist der vollkommensten Typus der Kunst, denn sie verrät nie ihr letztes Geheimnis."
 
Immer schon haben Musik und  Bildende Kunst sich gegenseitig inspiriert. In der Musik sprechen wir von Klangfarben. In der Malerei vermitteln die sogenannten Farbtöne visualisierte Klänge, also eine vielschichtige Gestimmtheit die wiederum sowohl die emotionale als auch die sinnliche Vorstellungswelt vitalisiert. Klangbilder und Bilderklänge sind ohne Ton und Farbe undenkbar. Die Musik der Bilder ist untrennbar mit den Tönen der Farbe verbunden. Die Stimmung des Künstlers und die Gestimmtheit seines Werkes verhalten sich wie die Resonanz zwischen Klang und Körper. Musikalität und Kreativität und das Hert haben ihr eigenes Gedächtnis. In ihrer gemeinsamen Expressivität wird nichtzuletzt sinnstiftendes Erleben eröffnet.